Viertelfinale-Rückblick: das Halbfinale der letzten Vier steht
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Das Viertelfinale der WM 2026 ist komplett — und es hat ein Halbfinale hervorgebracht, das es so noch nie gegeben hat: Mit Frankreich, Spanien, England und Argentinien stehen zum ersten Mal in der WM-Geschichte die vier höchstplatzierten Nationen der FIFA-Weltrangliste gemeinsam unter den letzten Vier. Die beiden entscheidenden Spiele am 11. Juli — England gegen Norwegen und Argentinien gegen die Schweiz — lieferten dabei Drama pur: einen Doppelpack-Helden, eine Rote Karte nach Videobeweis und zwei Verlängerungen. Ich fasse zusammen, was passiert ist, und was es für den Wettmarkt bedeutet.

Die beiden Auftaktspiele: Frankreich und Spanien souverän
Den Anfang machte am 9. Juli Frankreich mit einem 2:0 gegen Marokko im Gillette Stadium bei Boston — die Neuauflage des Katar-2022-Halbfinales endete erneut mit einem französischen Sieg, diesmal ohne Gegentor. Einen Tag später setzte sich Spanien im SoFi Stadium von Los Angeles mit 2:1 gegen Belgien durch. Es war ein hart erkämpfter Erfolg: Der Siegtreffer von Mikel Merino fiel erst in der 88. Minute — und mit dem belgischen Anschlusstreffer kassierte Spanien das erste Gegentor des ganzen Turniers, nach zuvor makelloser Null.
Damit waren die ersten beiden Halbfinal-Tickets vergeben: Frankreich als weiterhin makelloser Turnierfavorit, Spanien als Europameister mit einer der beeindruckendsten Serien des internationalen Fußballs.
England – Norwegen 2:1 n.V.: die Bellingham-Show
Das erste der beiden Samstagsspiele war lange ein Zittern. Im Hard Rock Stadium von Miami Gardens brachte Andreas Schjelderup Norwegen in der 36. Minute in Führung — der Außenseiter, angeführt von Torjäger Erling Haaland, roch an der nächsten Sensation nach dem Achtelfinal-Coup gegen Brasilien. Doch dann schlug die Stunde von Jude Bellingham: Erst glich er in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit (45.+2) zum 1:1 aus, dann, nur drei Minuten in die Verlängerung (93.), staubte er nach einem Abpraller vom norwegischen Torhüter zum 2:1-Siegtreffer ab.
England zog damit ins erste WM-Halbfinale seit 2018 ein — und bedeutsam für die Torjägerliste: Bellingham kletterte mit seinem Doppelpack auf 6 Turniertore. Haaland (7 Tore) hingegen ist mit dem Ausscheiden Norwegens eingefroren und kann nicht mehr zulegen.
Argentinien – Schweiz 3:1 n.V.: die Rote Karte, die alles kippte
Das letzte Viertelfinale im Arrowhead Stadium von Kansas City war lange das engste — und das umstrittenste. Alexis Mac Allister brachte Argentinien früh in Führung (10.), doch die Schweiz, das letzte verbliebene DACH-Team, glich durch Dan Ndoye aus (67.) und träumte vom ersten Halbfinale seit Jahrzehnten. Der Wendepunkt kam in der 72. Minute: Breel Embolo sah nach Videobeweis wegen einer Schwalbe die zweite Gelbe Karte und musste vom Platz — zunächst war Paredes verwarnt worden, die Wiederholung zeigte aber, dass Embolo vor dem Kontakt gefallen war.
Gegen zehn Schweizer drehte Argentinien in der Verlängerung auf: Julián Álvarez (112.) und Lautaro Martínez (120.+1) sorgten für den 3:1-Endstand. Die Schweiz schied wütend aus, wie mehrere Medien berichteten — Argentinien aber zog ins zweite WM-Halbfinale in Folge ein (nach 2022; 2018 schied die Albiceleste noch im Achtelfinale aus). Für österreichische Fans war es das Ende der DACH-Reise: Mit der Schweiz verabschiedete sich der letzte Nachbar aus dem Turnier.
Was der Viertelfinal-Ausgang für die Quoten bedeutet
Der sportliche Ausgang hat den Gesamtsieger-Markt spürbar bewegt (Dezimalquoten, Stand 13. Juli 2026):
| Nation | Bewegung seit dem Viertelfinale |
|---|---|
| Frankreich | flach, klarer Favorit (2,35–2,50) |
| England | deutlich verkürzt nach dem Sieg (auf 4,10 bei FanDuel) |
| Spanien | leicht abgedriftet (4,30–5,10) |
| Argentinien | marginal verkürzt (5,00–5,20) |
Kurz: Frankreich bleibt der einsame Favorit, England ist der große Gewinner der Quotenbewegung, und dahinter sind sich die Buchmacher über die Rangfolge uneinig. Die volle Einordnung mit allen Anwärtern steht in meiner Gesamtsieger-Prognose zu den letzten Vier.
Das Halbfinale: die Paarungen
Damit stehen die beiden Halbfinals fest:
- Frankreich – Spanien, Dienstag, 14. Juli, 21:00 Uhr MESZ, AT&T Stadium in Arlington/Dallas — das „Finale vor dem Finale“.
- England – Argentinien, Mittwoch, 15. Juli, 21:00 Uhr MESZ, Mercedes-Benz Stadium in Atlanta — die große Rivalität, erstmals bei einer WM seit 2002.
Der Sieger von Spiel eins trifft im Finale am 19. Juli im MetLife Stadium (New York/New Jersey) auf den Sieger von Spiel zwei. Meine ausführlichen Wett-Analysen stehen im Frankreich–Spanien-Tipp und im England–Argentinien-Tipp.
- Alle vier Viertelfinal-Favoriten sind weiter: Frankreich, Spanien, England und Argentinien im Halbfinale
- Erstmals in der WM-Geschichte stehen die vier ranghöchsten FIFA-Nationen gemeinsam unter den letzten Vier
- England 2:1 n.V. gegen Norwegen: Bellingham-Doppelpack (45.+2 und 93.), Haaland (7 Tore) eingefroren
- Argentinien 3:1 n.V. gegen zehn Schweizer: Embolo-Rot nach VAR (72.), Álvarez und Lautaro in der Verlängerung
- Quotenbewegung: England nach dem Sieg deutlich verkürzt, Frankreich weiter klarer Gesamtsieger-Favorit
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Stefan Gruber, neun Jahre Wettmarktanalyse — meine Einschätzungen sind persönlich, keine Aufforderungen.
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